Helden unseres Alltages

Definition: Ein Held (althochdeutsch helido) ist eine Person, die eine Heldentat, also eine besondere, außeralltägliche Leistung vollbringt. Dabei kann es sich um reale oder fiktive Personen handeln, um Gestalten der Geschichte, aber auch aus Legenden oder Sagen. Seine heroischen Fähigkeiten können von körperlicher Art (Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer usw.) oder auch geistiger Natur sein (Mut, Aufopferungsbereitschaft, Kampf für Ideale, Tugendhaftigkeit oder Einsatzbereitschaft für Mitmenschen).

Was bedeutet das für uns? 

Ein Held des Alltages sollte jeder sein, der mit seinen Ideen unsere Gesellschaft positiv verändert und uns alle weiter bringt.

Ein mögliches Beispiel:

Es war einmal...

.... ein junger Lehrer. Der hatte ein magisches Buch gefunden und es hat ihn total fasziniert wie Bastian in der unendlichen Geschichte und er ist darin völlig eingetaucht. Und weil es ihn so fasziniert hat hat er die Abenteuer mit zu seinen Schülern in die Schule genommen. Ab jetzt war jede Unterrichtsstunde für den Lehrer als den Helden in unserem Märchen und für seine Schüler eine Aufeinanderfolge von lauter spannenden Abenteuern. Gemeinsam entdeckten sie Phantasien, das Land seines Lehrgebietes und was es da alles zu entdecken gab. Er staunte selbst, was da so alles passierte und sah Phantasien jeden Tag mit neuen Augen. Und seine Schüler waren alle begeistert. Sie waren jedes Mal ganz traurig, wenn seine Unterrichtsstunde zu Ende ging und waren immer schon ganz aufgeregt, wenn seine Unterrichtsstunden nahten. Und da sie jede Minute seines Unterrichts genossen und selber neugierig waren und vieles ausprobierten, sich bei jedem neuen Abenteuer sie ihre Kampfgefährten neu aussuchen und sich mit ihnen klug beraten mussten usw. lernten sie unheimlich viel wie von ganz allein bei diesen Abenteuern. Sie erlebten, was wertvoll ist im Leben und was weniger, sie erwarben immer neue Kompetenzen oder bauten vorhandene Kompetenzen aus und festigten sie, weil das gut war bei ihren Kämpfen und Vorteile für sie brachte. Natürlich blieb das nicht lange geheim an dieser Schule und so wurden alle Schüler Stück für Stück angesteckt sowohl von den Abenteuern als auch von dieser völlig neuen Art des Lernens. Und weil das so viel Spass machte steckte jeder jeden an und jeder brachte jedem das bei, was er selbst wusste und der andere noch nicht wusste. Und sie erfanden selbst immer wieder neue Abenteuer auch in allen anderen Unterrichtsfächern. Natürlich waren sie auf diese Weise viel besser und gewandter als alle anderen Schüler dieser Stadt und brachten auch viel bessere Schulnoten mit nach Hause, weil sie im Gegensatz zu den anderen Schülern in der Stadt ja selbst alle Erfahrungen selbst gemacht hatten während der Abenteuer, während die anderen Schüler der Stadt nur dumm im Unterricht gesessen hatten und ihrem Lehrer passiv und gelangweilt zugehört hatten und weil es sooo langweilig und uninteressant war haben sie es entweder gar nicht erst verstanden, was der da vorn gebrabbelt hat oder nach kurzer Zeit schon wieder vergessen.

Aber was da an dieser Schule seltsames geschah fanden auch die anderen Schüler der Stadt heraus, denn sie hatten ja auch Freunde an dieser Schule und die konnten einfach nichts für sich behalten, sondern erzählten völlig aufgeregt auch von den ganzen Abenteuern, die sie jeden Tag in ihrer Schule erlebten. Und so begannen auch die anderen Schüler der Stadt, diese Abenteuer in ihre Schule mit zu nehmen und ihre Lehrer waren anfangs noch ganz überrascht über die Wende. Aber auch sie wurden ganz schnell angesteckt, denn ganz plötzlich fanden sie ihren eigenen Unterricht selbst nicht mehr so öde wie bisher und jeden Morgen konnten es weder Lehrer noch Schüler kaum noch aushalten, bis die Schule endlich wieder geöffnet wurde. Am schlimmsten war es am Freitag, da ein ganzes Wochenenden ohne neue Abenteuer sowohl für Lehrer als auch für Schüler ganz schlimm war und alle sehnten sich ganz schnell den Montag Morgen herbei. Das Leben war plötzlich ganz spannend und aufregend geworden und sogar die Lehrer lernten auf einmal noch ganz viel dazu. Zum Beispiel, zu was ihre Schüler alles fähig waren. Das wir ihnen in den Jahren davor nie aufgefallen und auf einmal waren das alles gar keine einfachen Schüler mehr, sonder Weg- und Kampfgefährten, die man nicht wie bisher eher missen wollte und die einem am besten in Ruhe lassen sollten. Die Schüler wurden von Tag zu Tag wertvoller für diese Lehrer und sie wurden immer glücklicher und sie trugen dieses Glück auch in ihre Familien usw. Und weil sich das auch in der Stadt nicht verheimlichen ließ wusste am Ende das ganze Land, was da passierte und alle waren neugierig, selbst so etwas erleben zu dürfen. Und weil sich das nicht im Land verheimlichen ließ...

Und nach relativ kurzer Zeit hatte sich die gesamte Welt völlig verändert und alle erfanden immer neue Abenteuer. Und mit den Abenteuern entwickelte sich nicht nur ihre Intelligenz immer weiter, sondern auch ihre Phantasie und ihre Wünsche wurden immer größer.

Wie man weltweit gemeinsam den Krebs am besten und am schnellsten besiegt, wie man am kostengünstigsten auf den Mars und andere Sterne (sorry, Planeten) kommt, wie die Verhinderung des Klimawandels urplötzlich zum Kinderspiel wurde, weil alle mitmachten, wie die Natur aufblühte, selbst in den Großstädten und selbst die allergrößten Problem in der Welt wurden jetzt als Abenteuer aufgefasst, die besten Helden dafür ausgewählt und ruck zuck waren alle Probleme aus der Welt geschafft und alle waren nur noch glücklich. Ist das nicht ein schönes Märchen?

Und alles nur wegen einem einzigen jungen Lehrer, der eigentlich noch grün hinter den Ohren war und der nicht einfach nur ein Buch gelesen hat, sondern es tatsächlich auch einmal verstanden hat (welch ein Wunder!) und danach so kribbelig war, dass er alles in seiner Schule umsetzen musste, auch wenn er in der Anfangszeit von seinen Kollegen noch argwöhnisch beobachtet und selten angefeindet, ja schon fast gemobbt wurde, nur weil er mehr Erfolg hatte als sie. Das durfte ja eigentlich gar nicht sein, oder? Die Alt-Helden an der Schule hatten schließlich bisher das Sagen gehabt und jetzt kommt so ein Dahergelaufener und stiehlt ihnen die Show. Unerhört! . Aber dann blieb kein Stein mehr auf dem anderen, wie man da immer so schön sagt. Das war das Abenteuer seines Lebens. Und letztendlich erhielt er sogar noch den Nobel-Preis frt Pädagogik und Abenteurertum, der extra für ihn völlig neu erfunden wurde.

Und wenn sie nicht gestorben sind....

Naja, vielleicht ein blödes Märchen, aber es soll euch zeigen, wie sich Chancen im ganz normalen und höchst langweiligen Alltag urplötzlich auftun können und das ganze Leben völlig auf den Kopf stellen können. Unser Problem ist halt, dass wir so ein Buch lesen, es uns erfreut und danach stellen wir es einfach ins Regal zurück, ohne daraus auch nur das Geringste gelernt zu haben. Und so geht es uns nicht nur mit guten Büchern, sondern mit unserer gesamten Geschichte der Menschheit. Da wurde so viel erlebt, da wurde so viel erfunden, Abenteuer durchgestanden, große Fehler gemacht, aber Geschichte interessiert uns nicht die Bohne. Das ist was für Historiker und die interessieren auch nur die Fakten, aber auch nicht die Chancen, die sich aus dem Erkennen ergeben. Und so erfinden wir das Fahrrad immer wieder neu, machen immer wieder die gleichen Fehler usw., als wäre das die eigentliche unendlichen Geschichte.


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